Glasbruchmelder gegen Einbrüche

Integrierte Glasbruchmelder

Glasbruchmelder werden bei neuen Fenstern idealerweise schon bei der Herstellung eingebaut. Das ist relativ teuer, aber diese Sensoren sind sehr zuverlässig und werden mit einem Kabel an der Einbruchmeldeanlage angeschlossen. Beu Neubauten empfehlen wir immer diese Variante.

Alarmdraht

Am sichersten, z. B. für Banken, ist ein Alarmdraht, der sich durch die gesamte Fensterfläche hindurch zieht. Das ist aber auch die teuerste Lösung. Egal wo das Glas bricht, selbst Kratzer mit einem Glasschneider, werden erkannt und ein Alarm wird ausgelöst. Wenn man genau hinsieht, sieht man die Drähte, das findet man optisch vielleicht nicht so schön. Im Privatbereich werden Alarmdrähte eigentlich nicht verwendet.

Alarmspinne

Alternativ wird in einer Ecke vom Fenster eine kleine Alarmschleife, auch Alarmspinne genannt, eingebaut. Optisch ist das sicher die schönste Lösung. Da die Sensoren im Glas drin sind, können sie auch nicht von z. B. spielenden Kindern oder Rolladen zerstört werden.

Ein Nachteil bei Alarmschleifen ist, dass sie auf dem Glas nur in einem Radius von 2 Metern funktionieren. Alarmschleifen sind trotzdem immer besser als nachträgliche Glasbruchmelder, weil sie Alarme zuverlässiger auslösen und Fehlalarme vermeiden.

Nachträgliche Glasbruchmelder

Wenn in einem Gebäude bereits Fenster ohne integrierte Alarmschleifen eingebaut worden sind, werden die Glasbruchmelder nachträglich verbaut. Hier gibt es zwei Möglichkeiten.

Entweder ein Glasbruchmelder wird auf das Glas angeklebt und verkabelt, oder ein Funk-Glasbruchmelder wird an die Zimmerdecke montiert.

Angeklebter Glasbruchmelder

Ein angeklebter Glasbruchmelder ist nicht ganz so zuverlässig wie eine integrierte Alarmspinne. Eine integrierte Alarmspinne kann keinen Fehlalarm auslösen, weil sie erst reagiert, wenn das Glas tatsächlich zerspringt (und sich dadurch die Oberflächenspannung ändert). Ein nachträglich aufgekleber Melder ist hingegen nur ein Schock-Sensor, der also auf Vibration reagiert. Schlägt man mit einem harten Gegenstand auf die Scheibe, wird ein Alarm ausgelöst, auch wenn die Scheibe gar nicht zerbrochen ist. Außerdem kann so ein aufgekleber Sensor beschädigt werden, z. B. durch Rolladen oder spielende Kinder.

Es gibt angeklebte Glasbruchmelder per Kabel und per Funk. Kabelverbindungen sind natürlich gut, aber dann muss das Kabel auch irgendwie bis zur Einbruchmeldezentrale hin verlegen. In einem bestehenden Gebäude kann das schwierig sein.

(Eine Möglichkeit ist, dass nicht für jedes Fenster einzelnd ein eigenes Kabel bis zur Zentrale gestemmt und gelegt wird, sondern dass man ein Kabel von einem Fenster zum nächsten legt und beim letzten Fenster nur ein Kabel bis zur Zentrale legt. Dann weiß die Zentrale zwar nicht genau welches Fenster zerbrochen ist, aber der Verlegeaufwand ist nicht so groß.)

Ein Nachteil ist, dass am Melder ein kleines Kabel hängt. Das muss vom Fensterrahmen irgendwie in den Putz der Wand geleitet werden. Das sieht nicht schön aus und ist anfällig für Beschädigungen.

Die Nachteile angeklebten Glasbruchmeldern die mit Funktechnik funktionieren, ist dass sie eine Batterie benötigen und die Funkreichweite kann nicht ausreichend sein.

Akustische Glasbruchmelder

Es gibt so genannte akustische Glasbruchmelder, mit einem kleinen Mikrofon welches auf bestimmte Frequenzen reagiert. Die akustischen Glasbruchmelder werden im Raum an der Decke montiert und auf das entsprechende Fenster ausgerichtet.

Es reicht nicht einfach ein akusticher Melder pro Raum. In einem viereckigen Raum mit Fenstern an jeder Seite müssen 4 Stück Melder auf die Fenster auf der jeweiligen Seite ausgerichtet werden.

Ein Glasbruchmelder der an die Zimmerdecke montiert wird reagiert auf Schall. Das heißt, wenn ein Fenster eingeschlagen wird oder eine Porzellvase umfällt, wird ein Alarm ausgelöst. Der Vorteil ist, dass diese Sensoren jederzeit nachträglich an die Decke gebohrt werden können.

Nachteile sind zunächst, dass solche Melder nur per Funk funktionieren und nicht per Kabel angeschlossen werden. Kabel funktioniert immer, Funk kann nicht durch dicke Betonwände hindurch kommen (ggf. müssten hier Repeater zur Funkstreckenverlängerung eingebaut werden). Interferenz bei zu vielen Funkwellen ist in der Regel kein Problem, aber trotzdem sollte man den Elektrosmog minimal halten, weil es immer zu unvorhergesehen Funkstörungen kommen kann (ausschließen lässt es sich jedenfalls nicht).

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Batterie, wenn sie leer ist, ausgewechselt werden muss. Die hält zwar sehr lange (Jahre) aber eben nicht ewig.

Schließlich haben diese Melder eine relativ geringe Reichweite und einen relativ geringen Eingangs-Winkel. Ein Sofa vor dem Fenster oder schon ein Teppich kann dafür sorgen, dass der Melder nicht bemerkt, dass ein Fenster eingeschlagen worden ist. Oder anders herum: ein Fehlalarm kann ausgelöst werden wenn ein Geräusch in der gleichen Frequenz auftaucht, wie eine brechende Scheibe es verursachen würde.

Daher haben akustische Glasbruchmelder auch kein Gütesiegel der VdS.

Fazit

Wenn sie einen Neubau haben, benutzen Sie integrierte Alarmspinnen. Günstigere Glasbruchmelder, die auf die Scheibe geklebt werden, sind die Alternative, die wir aber nur sehr ungern empfehlen.

In einem bestehenden Gebäude kleben Sie Glasbruchmelder auf die Scheibe. Wenn Sie keine Kabel verlegen können oder möchten, benutzen Sie Decken-Glasbruchmelder als letzten Ausweg.

Nun die Frage, benötigen Sie dann immer noch Bewegungsmelder? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

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